Herman HofbergDer Geigenspieler und die Meeresnymphe

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Der Geigenspieler und die Meeresnymphe

Herman Hofberg

407 Wörter
Lauf: 2026-09-14 04:49BokRobot · Seite 1 / 2
Illustration zu Der Geigenspieler und die Meeresnymphe

Vor vielen Jahren plante eine Tanzgesellschaft im Dorf Brästa in der Gemeinde Stora Mellösa eine große Weihnachtsfeier. An dem festgelegten Tag kamen Menschen alt und jung von nah und fern, denn sie wussten, dass Sexton Kant aus Norrbyås mit seiner Geige dabei sein würde, und sie waren sicher, dass es ein wildes Fest werden würde.

Kant war kein gewöhnlicher Geigenvirtuose; er war sehr stolz auf seine Fähigkeiten und war stets bereit, sich selbst bei der geringsten Komplimentierung in den höchsten Tönen zu loben.

Als die Feier bis spät in die Nacht andauerte und die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht hatte, bemerkte jemand, dass nur wenige mit Pater Kant mithalten konnten, wenn er seinen Bogen über die Saiten springen ließ und in „vier Stimmen“ spielte, wie er es selbst nannte. Das war alles, was Kant brauchte. Immer bestrebt, sich zu zeigen, erklärte er, dass selbst der Teufel, der angeblich ein guter Spieler war, ihn im Walzer, den sie gerade gehört hatten, nicht schlagen könne.

Dieses Prahlern kostete Kant fast das Leben. Als der Tanz zu Ende war und er sich in der Nacht auf den Heimweg machte, traf er in der Nähe des Hügels von Bjurbäcka eine junge Frau, die in Weiß gekleidet war. Sie grüßte ihn und sagte: „Wenn Sie eine Polka für mich spielen, Pater Kant, werde ich für Sie tanzen.“

So geschehen. Pater Kant setzte sich auf einen Stein und hob seinen Bogen zu den Saiten. Sofort verlor er jegliche Kontrolle. Aus seiner Geige erklang eine Polka, wie er sie noch nie für möglich gehalten hätte.

Die Töne schienen ohne seine Hilfe zu fließen. Der Bogen sprang über die Saiten, und sein Arm war gezwungen, zu folgen. Die eine Melodie folgte der anderen; sein Arm wurde taub, doch die Musik spielte ihren wilden Rhythmus weiter.

Nun wurde Kant bewusst, dass etwas nicht stimmte. Schließlich rief er aus: „Gott vergib mir, armer Sünder! Was habe ich mir da nur eingebrockt?“

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Illustration zu Der Geigenspieler und die Meeresnymphe

In dem Moment, als er sprach, rissen die Geigenstränge, und ein furchtbares Gelächter hallte aus dem Bach am Fuße des Hügels. Mit schwerem Herzen eilte Kant nach Hause und gab sich selbst ein, dass der Teufel tatsächlich besser war als er. Lange Zeit konnte man ihn nicht überzeugen, seine Geige wieder aufzunehmen. Doch als er es schließlich tat, entdeckte er, dass einer der wunderschönen Walzer, die er in jener verhängnisvollen Nacht gespielt hatte, in seiner Erinnerung geblieben war, und er wurde als Geiger noch berühmter als zuvor.

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